Lieber Herr Dr.
Koeppel,
es ist ein Segen,
dass es Ihr Engagement gibt. Einfach erst mal ein riesen DANKESCHÖN!
Ich habe mich vor
einiger Zeit an Sie gewandt, weil ich auch betroffene Mutter bin, um Kontakt zu
"Brief einer Mutter vom 29. März 2005" zu bekommen. Wie ich diese
Woche erfahren habe, bin ich nicht die einzige, die diesen Weg gewählt hat. Sie
haben das gleich am nächsten Tag möglich gemacht. DANKE! Das hat mir schon sehr
weitergeholfen. Inzwischen kenne ich schon einige betroffene Mütter und es
kommt zu einem regen Erfahrungsaustausch. Diese Unterstützung ist wirklich,
wirklich wichtig und ich möchte, dass so viele Mütter wie möglich davon
profitieren und davon erfahren. Bis jetzt dachte jede Betroffene, so auch ich,
sie sei die einzige, der dieser Supergau passiert. Man hat das Gefühl der
Ohnmacht, Scham, Schuldgefühle, fragt sich, was man falsch gemacht hat. Findet
darauf keine Antwort. Spürt nur diesen Schmerz, der einen fast in den Wahnsinn
treibt.
Wenn mir auch
immer noch der Kontakt zu meiner Tochter erfolgreich unterbunden wird, so
hat sich doch in den letzten zwei Jahren schon so einiges verändert. Ich weiß
jetzt, dass es noch viele Betroffene gibt, denen ein ähnliches Schicksal
widerfahren ist.
Deshalb mein Aufruf
an alle Mütter: Lasst uns zusammentun, gemeinsam tut es weniger weh, wer sich
angesprochen fühlt, wende sich bitte an Herrn Dr. Koeppel, er wird Sie
sicherlich an mich weiterleiten. Traut euch über euer Erlebtes zu sprechen.
Macht euch schlau, dann kommt ihr weiter.
Nur so kann in
Deutschland ein Bewusstsein dafür wachsen, dass es sich bei uns Müttern eben
nicht um Rabenmütter handelt, ganz im Gegenteil, wir sind sehr liebevolle und
fürsorgliche Mütter, die ihrer Kinder beraubt wurden, manchen von uns, so wie
mir, ist das sogar von heute auf morgen passiert.
Liebe betroffenen
Väter, ich weiß, auch ihr leidet sehr unter eurer Situation. Aber ich habe die
Erfahrung gemacht, dass es schon viele Initiativen und Vereine für Väter gibt.
Aber wir Mütter haben solch ein Netzwerk noch nicht. Zumindest ist mir keines
bekannt.
In vielen Texten
wird meist nur von betroffenen Vätern gesprochen. Ich möchte, dass sich das
ändert, dass künftig von betroffenen ELTERN gesprochen wird. Denn Entfremdung,
Umgangsboykott und der gleichen geht von beiden Geschlechtern aus.
In diesem Sinne,
lieber Herr Dr. Koeppel, hoffe ich, dass Sie meine Zeilen ins Netz stellen
werden und ich bin schon ganz gespannt ob sich Mütter bei mir melden.
Mit freundlichen
Grüßen
eine entfremdete
Mutter